Kleine Geschichten aus der Oberpfalz und dem Rest der Welt
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Hallo! Ich bin Michaela. Ich lese Geschichten, ich schreibe Geschichten und Fotos mache ich auch. Willkommen in meinem Kaninchenloch. Schön, dass du hier bist!
Je mehr eine Sache trendet, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich sie mit einem Achselzucken abtue. Vielleicht ist es mein innerer Teenager, der mir einflüstert, was alle tun, kann ja nur total uncool sein. Was auch immer der Grund ist, ich lese nur selten (aktuelle) Bestseller, bin gegen die meisten modischen Experimente immun und wenn plötzlich alle anfangen zu stricken, habe ich keine Lust mehr dazu, auch wenn ich dem zuvor jahrelang stümperhaft, aber mit Leidenschaft nachgegangen bin. (Der innere Teenager schlägt anscheinend die innere Oma.) Im September bin ich aber dann doch dem ein oder anderen Trend gefolgt. Das führte unter anderem dazu, dass ich Babybrei in meinen Espresso rührte und das Stricken doch wieder aufgenommen habe. Wer also wissen will, welche Trends sich meiner Meinung nach lohnen und welche ich weiterhin ignoriere, darf gerne weiterlesen.
Sommerzeit ist bei mir Klassikerzeit. Rote Sonnenschirme verschwinden hinter Weidenbäumen, weiße Kleider leuchten in der Ferne, man liegt träge unter Apfelbäumen oder veranstaltet ein Picknick und flaniert, wenn der Abend ein wenig Abkühlung bringt, im Garten seines Anwesens umher. Und irgendeiner ist verliebt. Und es steht fest, je weiter die Temperaturen in die Höhe klettern und die schwüle Sommerhitze alles zu verlangsamen scheint, desto mehr spitzt sich die Handlung zu. Denn das goldene Licht des Sommers beleuchtet die Kulisse von manch zwischenmenschlichem Abgrund. Und am Ende ist irgendeiner oder irgendein anderer meist tot.
Heute stelle ich euch drei meiner liebsten Sommerbuchklassiker vor.
Endlich ist er da, der Frühling. Nachdem er zunächst recht zauderhaft wirkte, kam er nun mit einer echten Blütenexplosion. Allergiker fluchen – ich freu mich. Zeit für eine kleine, feine Geschichte mit Frühlingsgefühlen.
Man muss es einmal ganz offen und ehrlich festhalten: Mein Mann und ich sind wirklich fiese, ja manchmal nahezu grausame Eltern. Zwingen wir den Nachwuchs doch hin und wieder dazu, aus dem Haus zu gehen, um Neues zu erleben und dabei auch noch Zeit mit uns zu verbringen. Heute war es wieder so weit. Trotz Ferien UND Wochenende musste das kleine große Kind raus aus dem Schlafanzug und raus in die Welt. Es ging ins Theater Regensburg zum 4. Familienkonzert: ‚Paddington Bärs erstes Konzert‘.
Jetzt lebe ich schon bald neun Jahre in der schönen Oberpfalz und entdecke doch immer noch Neues. Manchmal sogar gleich um die Ecke. So haben wir erst vor wenigen Wochen das erste Mal der Burgruine Ehrenfels bei Beratzhausen einen Besuch abgestattet. Es war einer dieser Ausflüge… Das kleine große Kind klagte den gesamten Hinweg über sein Leid. „Es geht ja nur bergauf.“ „Wann sind wir endlich da?“ „Wie lange dauert es noch?“ „Wir gehen aber auch bestimmt den kürzesten Weg?“ Ja, es war so richtig schön und idyllisch, wie man sich das an einem sonnigen Sonntag so vorstellt. An der Burgruine angekommen änderte sich die Stimmung allerdings schlagartig. Denn hier gab es dicke Mauern zum drauf herumlaufen, schmale Steintreppen in alte Verliese, Schießscharten und geheime Gänge. (Und außerdem Schokoladenkuchen aus dem Proviantrucksack.) „Hier können wir gerne nochmal hin“, fasste das kleine große Kind den Ausflug schließlich zusammen. Ich denke auch, dass die Ruine einen zweiten Besuch wert ist. Vielleicht in der Morgendämmerung. Wenn wir dann ganz leise sind, hören wir dann vielleicht nicht nur meinen Filius, sondern die Geister jammern und klagen. Denn natürlich tragen die verfallenen Mauern schwere Erinnerungen.
Und damit komme ich auch schon zu der Legende, die sich um Burg Ehrenfels rankt.
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